JiCoSchwärzen. Freigeben. Belegen.
Die Lizenz, die nie nach Hause telefoniert
Fast jede kommerzielle Software prüft ihre Lizenz online — ein stiller Kontrollkanal, über den auch alles andere laufen könnte. JiCo spricht nur auf Ihren Klick mit genau einem bekannten Empfänger und überträgt nie Jira-/Confluence-Inhalte; geprüft wird jede Lizenz ausschließlich offline.
Hintergrund · 2026-09-19 · 5 Min.
Der Kanal, über den niemand nachdenkt
Wer heute Software im Unternehmen einsetzt, akzeptiert meist stillschweigend, dass sie regelmässig nach Hause telefoniert — ein Aufruf beim Hersteller, der prüft, ob die Lizenz noch gilt, ob eine neue Version bereitsteht, ob das Konto noch aktiv ist. Für die meisten Programme ist das unproblematisch. Für ein Werkzeug, das personenbezogene Daten aus Jira und Confluence verarbeitet, ist genau dieser Kanal ein Widerspruch in sich: Ein System, das für sich in Anspruch nimmt, nichts unkontrolliert nach außen zu senden, dürfte nicht ausgerechnet für die eigene Lizenzprüfung eine Verbindung nach draußen öffnen.
JiCo löst das, indem dieser Kanal nirgends zu einer laufenden Kontrolle wird: Verbindungen nach draußen gibt es nur, wenn ein Mensch sie auslöst, und nur zu einem einzigen, benannten Empfänger — dem Lizenz-Portal, gleich welche Vertragsstufe: für die Lizenzanfrage, für „Auf Update prüfen“ und für das Einrichten des optionalen Fernzugriffs. Keine davon trägt einen Inhalt aus Jira oder Confluence, sondern nur technische Angaben wie Maschinen-Code, Kundennummer und Signatur. Geprüft wird jede so erhaltene Lizenz danach ausschließlich offline, bei jedem einzelnen Werkzeugaufruf neu.
Wie eine Lizenz tatsächlich zustande kommt
JiCo erzeugt dafür einen signierten Textblock — Kundennummer, Maschinen-Code, Installationsschlüssel, nie einen Inhalt aus Jira oder Confluence. JiCo schickt diesen Block direkt an das Lizenz-Portal und erhält die geprüfte Lizenz im selben Moment zurück; nur beim allerersten Mal je Installation ist dafür eine einmalige Bestätigung per Mail-Link nötig. Das gilt für jede Vertragsstufe: Bei Team- und Enterprise-Verträgen lädt eine Ansprechperson im Portal die berechtigten Adressen des Unternehmens ein, jede zieht dann selbst ihre eigene Lizenz aus dem gemeinsamen Kontingent. Bis 200 Plätze wird das Kontingent im Portal selbst gekauft; erst darüber, bei Enterprise, läuft es über ein Gespräch mit der Lizenzstelle.
Diese Lizenz ist an zwei Dinge gebunden, die sich beide nicht einfach kopieren lassen: den Maschinen-Code, ein Hash über die tatsächliche Geräte-ID, und einen Installationsschlüssel, der bei der allerersten Anfrage entsteht. Eine Neuinstallation hat immer einen neuen Schlüssel und braucht deshalb immer eine neue Anfrage — eine Lizenz lässt sich nicht einfach auf einen zweiten Rechner kopieren.
Was die Lizenz tatsächlich regelt
Eine Lizenz ist mehr als ein Ja oder Nein. Sie umfasst stets Jira und Confluence, erlaubt Lesen und Schreiben — jede Schreibaktion nur mit Freigabe durch einen Menschen — und legt fest, wie lange sie gilt und wie viele Antworten an ein Modell sie je Tag erlaubt. (Nachtrag 2026-10-04: die frühere Wahl zwischen den Stufen „Lesen“ und „Schreiben“ entfällt, JICO-D-1745.)
Für den ersten Kontakt gibt es eine einzige Testlizenz je Kunde: nach der Registrierung im Portal sieben Tage, Lesen und Schreiben, ohne Zahlungsdaten — mit höchstens drei ausgeführten Schreibvorgängen pro Tag, gezählt aus JiCos eigenem Audit-Trail, nicht von einem Server. Das reicht, um Schwärzung und Auswertung an den eigenen Tickets zu erleben und dazu Vorschlag und Freigabe, ohne dass ein Testkonto zu einem dauerhaften Produktivsystem wird.
Was passiert, wenn nicht bezahlt wird
Ein System ohne Online-Verbindung kann eine Lizenz nicht auf Knopfdruck zurückziehen — das wird bei JiCo nicht behauptet, sondern offen benannt. Stattdessen wirkt eine Sperre über drei Hebel gleichzeitig: eine begrenzte Laufzeit, die nur mit einer bezahlten Rechnung verlängert wird, eine signierte Sperrliste, die mit jedem neuen Paket-Build ausgeliefert wird und gesperrte Lizenz-IDs ablehnt, und das Lizenz-Portal, das ab der zweiten Mahnung schlicht nichts mehr ausliefert. Die Sperrliste selbst enthält dabei ausschließlich Lizenz-IDs — keine Kundennamen, keine Gründe, nichts, was über die reine Ablehnung hinaus etwas verraten würde.
Der ehrliche Nebensatz dazu: Eine Installation, die kein Update einspielt, läuft bis zum Ende ihrer Laufzeit weiter, auch wenn ihre Lizenz-ID längst auf der Sperrliste steht. Das ist keine Lücke, die man übersehen hätte, sondern die unmittelbare Konsequenz derselben Entscheidung, die auch den Rest von JiCo ausmacht: kein Abrufkanal, über den sich still etwas durchsetzen ließe, auch keine Sperre.
Der Rechnungsweg bleibt getrennt von JiCo selbst
Auch das Geschäftliche rund um eine Lizenz läuft bewusst nicht durch JiCo, sondern durch das separate Lizenz-Portal und die Buchhaltungssoftware sevDesk. Bestellt wird ausschließlich im Web, auf Rechnung; bezahlt wird per Überweisung oder, über Stripe, per Karte oder SEPA. Deutsche Kunden zahlen die übliche Umsatzsteuer, EU-Unternehmen mit geprüfter USt-IdNr. über das Reverse-Charge-Verfahren, Schweizer Unternehmen ohne deutsche Umsatzsteuer. Rechnungen selbst werden dabei im inzwischen für deutsche Unternehmen verpflichtenden E-Rechnungsformat ausgestellt (XRechnung/ZUGFeRD) — eine Pflicht, die ohnehin unabhängig von JiCo gilt, hier aber von Anfang an eingehalten wird, statt sie nachzurüsten. Für JiCo selbst ändert das nichts an der Grundregel: Zahlungscodes oder eine Verbindung zu einem Zahlungsanbieter gibt es im Programm selbst nicht.
Warum ausgerechnet Vertrieb hier eine Nebenrolle spielt
Verkauft wird JiCo ausschließlich an Firmen, immer auf Rechnung — eine bewusste Entscheidung gegen die Verbraucherschutzpflichten, die ein B2C-Verkauf mitbringen würde. Jedes ausgelieferte Paket gehört außerdem zu genau einem Vertriebspartner: Die Anfrage geht an dessen Lizenz-Portal, und ein Paket nimmt nur Lizenzen an, die mit den Schlüsseln dieses einen Partners signiert sind. Das Portal verwahrt Konten und Lizenzen, nie Jira-/Confluence-Inhalte — und jede Prüfung findet lokal, auf der Maschine der Kundin, statt.
Am Ende bleibt ein einfacher, überprüfbarer Satz: Wer im Firewall-Protokoll während eines normalen Arbeitstages nachsieht, findet dort höchstens kurze Verbindungen zum Lizenz-Portal — angestoßen von einem Menschen, der eine Lizenz anfordert oder auf Update prüft, nie im Hintergrund und nie zu einem anderen, nicht ausdrücklich eingerichteten Ziel. Wer den Fernzugriff einschaltet, sieht zusätzlich dessen Tunnel, solange er eingeschaltet ist. Keine Telemetrie, kein Phone-Home, keine stille Kontrolle.